JSG - Julius-Stursberg-Gymnasium Neukirchen-Vluyn Julius-Stursberg-Gymnasium

Sozialpraktikum

„Schule als Haus des Lernens" - das heißt auch, den Schülerinnen und Schülern ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, die verschiedensten Lernorte, Lernsituationen und Erfahrungsfelder anzubieten, an und in denen „Kopf, Herz und Hand" gefordert und gefördert werden können. Gerade hier kann das Sozialpraktikum einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten, indem es die Ausbildung und Erweiterung emotionaler und sozialer Kompetenzen in einer Art und Weise ermöglicht, die in der Schule so nicht bereit gestellt werden kann.

In der Begegnung mit Menschen, die in ihren verschiedenen schwierigsten Lebenssituationen den Schülerinnen und Schülern meist völlig fremd sind, können die Mädchen und Jungen gerade in dieser schwierigen Phase ihrer Identitätsbildung Toleranz und Solidarität üben und erfahren, eigene Grenzen abstecken, aber auch neue Möglichkeiten der Gemeinschaft und der Verständigung entdecken. Ja sagen zu können zum Nächsten - das stellt für unsere Schule in Zeiten wachsenden Konkurrenzdenkens und -drucks ein erstrebenswertes (Lern-) Ziel dar.

In diesem Zusammenhang ist es auch ein Anliegen der Werteerziehung unseres Gymnasiums, Mut zu machen, Mut zum Engagement für Menschen, für die sonst kaum eine Lobby vorhanden ist, Mut sich einzulassen mit Menschen, die oft beiseitegeschoben werden, Mut zur kritischen Reflexion fremder und eigener Denk - und Verhaltensweisen.

Zur Durchführung:
In einer Vorbereitungsphase in den Religionskursen und in den Kursen „Praktische Philosophie" in der Jahrgangsstufe 9 lernen die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Arbeitsfelder der am Sozialpraktikum beteiligten sozialen Einrichtungen kennen und stimmen sich so auf ihr einwöchiges Praktikum ein.

Nach dieser und informeller Vorarbeit werden sich die Kinder zu einem bestimmten Zeitpunkt gezielt in aushängende Praktikumsplatzlisten eintragen, wobei auch verkehrstechnische Bedingungen und weitere Vorlieben von ihnen berücksichtigt werden können.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihrer Einrichtung in Verbindung, um u.a. Arbeitszeitmodalitäten abzusprechen. Während der Praktikumswoche werden Lehrerinnen und Lehrer der Schule die jeweilige Einrichtung sowie die Schülerin oder den Schüler besuchen. Im Anschluss an die praktische Tätigkeit haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre Erfahrungen in einem Praktikumsbericht zu dokumentieren und auch kritisch zu reflektieren; Praktikumstätigkeit und der Bericht werden in Form einer Zeugnisbemerkung gewürdigt.

Unsere nun bereits mehrjährige Erfahrung zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler das Sozialpraktikum gerne annehmen und sich in den Einrichtungen sehr engagieren.

 

E. Güths